Jede Menge Ängste

Heute ploppen jede Menge Ängste auf: Immer unterwegs, ist das nicht eher ein Weglaufen? Wovor? Kann ich auf den Luxus einer Badewanne verzichten? Finde ich wirklich das Auto? Wird Alf mir helfen? Ist meine Idealvorstellung vom Auto zu spartanisch? Und immer wieder: Was wird aus meinen Freundschaften?

Ich rutsche immer wieder in die alte Kiste und somit in die Horizontalentscheidung entweder – oder. Vertikal: ALLES ist möglich, ich kenne die Lösung noch nicht. Und wenn ich nur an mein WoMo und diese Unabhängigkeit und diese Rückzugsmöglichkeit denke, dann kribbelt alles voller Vorfreude und ich möchte sofort loslegen! Dann kann ich es kaum abwarten.

DSC_2644Entwurf meines WoMos

Heute geht`s zurück nach Hause und in die Verwirklichung dieses Traumes. Gestern hab ich noch ne kleine Rundtour und eine Waldwanderung gemacht. Manche Menschen haben hier ihren Traum gefunden:

DSC_2633Ziegenmilchwirtschaft, Kunst + Käse

Mein Traum-Mobil

Ich hätte gern einen Fiat ducato, den ich mit Alfs Hilfe ausbauen würde: Isolieren und Ikea-Möbel rein. Aber inzwischen hab ich mich auch an ein „normales“ Mobil herangedacht, das ich dann nach meinen Wünschen und Zwecken umbauen würde.

Wichtig ist für mich der Gasgebrauch bei Herd, Heizung und Kühlschrank. Diese Spiritusnutzung in meinem jetzigen Camper ist mir suspekt. Ich hätte ihn ja damals bei der ersten Ausfahrt fast abgefackelt!

Und wichtig wäre auch die Metallhülle, was für den ducato spricht. Herkömmliche Mobile haben wohl meist diesen Plastikaufbau …  Mal schauen, wann und wo ich mein Traummobil finde!

Hier am Schaalsee hab ich gerstern mit den Kranichen und Schwalben meditiert.

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am Krachnichkieker

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Kraniche kaum sichtbar am Waldrand, aber total hörbar! Was war ein wunderschöner Moment und eine tiefe, naturnahe Meditation.

Die Liste wird immer länger

Ich hatte schon auf der sc, nach meinem Geburtsgespräch mit Sabine und Joe, angefangen, eine to-do-Liste zu schreiben. Brainstorming: Was alles vor der realen Abfahrt erledigt werden muss. Die Punkte darauf reichen von WoMo-Kauf bis Postadresse, Krankenkasse und Schnäppchenmärkte bei mir … also alles, was bedacht und abgearbeitet werden muss. Inzwischen ist die Liste so lang, dass ich mir ein extra Büchlein angelegt habe. So ist genug Platz, jeden neuen Gedanken sofort zu notieren.

Und ich beginne, einzelne Punkte schon mal anzugehen! Am 16.9. findet mein erster Schnäppchenmarkt statt: Alles geht raus, was nicht zu den Kategorien

–vielleicht für später-   und   –muss unbedingt mit-       gehört! Weitere werden folgen.

Liebe Freunde haben mir einen link zu einer Sendung des WDR geschickt, in der Gisela, 75 Jahre jung, mit dem WoMo bei ihren Touren in Marokko, Polen und Deutschland begleitet wird. Sie spricht mir aus der Seele: Diese völlige Unabhängigkeit, morgens den Tag annehmen, wie er ist, keine Spaß bremsenden Absprachen … oh ich kann es kaum abwarten!!!!

Momentan bin ich am Schaalsee, mit einer Freundin und in einer gegrenzten Wohnung. Ich merke, dass mir dieses Leben nur noch zu eng, zu klein und zu begrenzt ist! Heute war ich in Lassahn, im Landtag. Total nett mit veganem Eis und Kunstwerken. Lebensfreude pur, trotz regnerischem Wetter!

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Davor eine knapp 10km lange Wanderung auf Teilen des Elfenweges mit wundervollen großen, knorrigen Bäumen, geheimnisvollen Höhlen und Hohlwegen. Zauberschön!

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Der komplette Umbruch

Nachdem ich nun fast 2 Jahre nichts mehr hier geschrieben habe (Grund: Frida hatte einen Meniskusriss im linken Knie, OP, alles toppi verheilt) kommt hier nun der Knaller:

Ich habe beschlossen, mein sesshaftes Leben komplett aufzugeben! Mich überfordert dieser ganze Besitz, die Pflege, das In-Stand-Halten. Das alles verschlingt meine Zeit, meine Kraft und mein Geld und macht mir keinen Spaß mehr! Es langweilt mich! Ich möchte meine gesamte Energie lieber für neue Abenteuer nutzen. Und da SuperSabine mich anregte, gleich schon mit der Planung öffentlich zu beginnen, ist ein neuer Startpunkt für diese Seite gefunden.

 

Es fing schon mit der Menschenlehrer Ausbildung an. Die Fragen wozu? wofür? stießen mich in wie willst du in 5 Jahre, in 10 Jahren und nächstes Jahr? leben. Ja und da ist für mich das Rumzigeunern zum Traum-Visions-Ziel geworden.

 

Auf der SummerCelebration war Joe, der reisende Klavierspieler Ansprechpartner für meine erste größte Angst: Aber dann verliere ich doch alle meine Freunde?!

Joe: Ja, manche werden gehen, einige bleiben und neue kommen hinzu.

Ich: Und die leben doch alle ihr ganz anderes Leben weiter …

Joe: und manche wirst du anregen, über Vieles nachzudenken.

Aber schließlich kam Joe mit seiner Initiationsfrage: Warum erst in 2 Jahren?

Ich: Menschenlehrer Ausbildung …

Joe: Wie sind denn die Blöcke so verteilt?

Ich: 3 pro Jahr.

Joe: Und das kannst du nicht mit deinen Touren verbinden?

PÄNG!!!!!!!!!!!!!!

 

Nun sitze ich hier zu Hause, in meinem alten, gar zu kleinen Leben und hadere und schmolle mit mir (ich hätte ja auch gleich loslegen können …)

Nun, die Vereinbarung ist, bis Silvester alle to-do-Listen fertig und schon angefangen. Und nun liegt schon mal eine Liste vor und der Berg wird höher und höher und ich immer kleiner und kleiner …

Und es geht weiter! Dicker Punkt: Alles durchforsten nach -kommt mit-, -wird eingelagert-, -kann weg-. Das kann weg aufhübschen und verkaufen, verschenken, spenden. Genug zu tun. Ich werde ab 20.8. fasten und mein Besitz auch.

Und klirrende, flirrende Vorfreude macht sich breit ….

grobe Richtung nach Hause

Gestern bin ich von dem first class Campingplatz in Bautzen (mit Waschmaschine und Trockner!!!) gestartet. Frida hat noch ein Bad im Stausee genommen und dann los Richtung Nordost: Weißwasser, Forst, Guben, Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder). Dazu Passenger all the little light . Gleich das erste Lied erinnerte mich an love the one you`r with von CSNY, das lieben, womit man ist, was das Leben grad anbietet.

Ich fuhr durch`s Land, anfangs noch herrliche Wälder, Kiefern und Akazien, wurde es zunehmend bedrückender … rechts üppiges Grün, links nackte Bäume auf totem, verbrannten (?) Boden, bis ich die Ursachen sah: Tagebau. Die paar Meter Bewuchs an der linken Straßenseite waren nur Makulatur, sie verdeckten die Wunden, die aufgerissene Erde von Mutter Natur. Und ich trug Indianerzöpfe!!!! Ich hab Reiki geschickt, mich bei der Erdenmutter entschuldigt im Namen aller Unwissenden …. aber dieses Gefühl von Schmerz, Gewalt und ausgeliefert sein wollte nicht weichen. Es wurde sogar immer schlimmer und ließ erst nach, als ich mich bei Frankfurt bewusst von der polnischen Grenze abwandte. Plötzlich wieder ein flash: Kam meine kleine Hannah, die im Lager Birkenau starb (genaueres letzte Reise), eigentlich aus Polen?

Fridel und ich fuhren in einem großen Bogen weiter zum Oderbruch, den ich wegen der Natur schon immer sehen wollte. Die Landschaft bestand aus immer größer werdenden Feldern, Hecken, kleinen Dörfern. Auf dem Weg durch diese Natur sah ich Eichelhäher, Störche

und Kraniche. Bei einer Pause nutze Frida natürlich sofort die Gelegenheit ….

DSC_2524jetzt ist sie mit allen Wassern gewaschen … auch Oder ….

Bei Eberswalde wuchs dann der Wunsch nach einem Stellplatz, aber ich war schon bei der letzten Reise nödlich von Berlin enttäuscht worden: Hier hab ich bisher keine Stellplatzangebote entdeckt! Und so auch diesmal, bin noch fast bis Rheinsberg gefahren! Jetzt stehe ich hier auf einem ruhigen Campingplatz, direkt am See, mäßige Belegung, saubere neue Sanitäranlagen … aber mit berliner Schnodderschnauze. Da muss ich aufpassen und diesen in meinen Ohren verächtlich klingenden Tonfall nicht persönlich nehmen.

Es hat die ganze Nacht lang geregnet, fing mit Donnergrollen an. Jetzt morgens ist alles nass und ziemlich kühl verglichen mit den bollig heißen Tagen in Bautzen und Görlitz … ich will wieder nach Hause!